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Collagen erstellen Teil eins: so fängst Du an

Früher habe ich sehr viel Collagen gemacht – jeder Brief, jede Geburtstagskarte und gerne auch im Großformat oder auf Möbeln. Lange Zeit habe ich das vernachlässigt, aber in letzter Zeit habe ich immer wieder öfter in meiner Bilderkiste gekramt und wieder angefangen Collagen zu machen. Was da oft aussieht, als hätte man einfach ein paar Bilder zusammengeklebt, ist eigentlich ein langer Prozess und mit viel Ausprobieren und Herumschieben verbunden. Natürlich gibt es hierbei viele Dinge, die man beachten muss, wenn man ein gutes Ergebnis möchte. Ich möchte meine Tipps und Tricks für das Erstellen von Collagen gerne mit Dir teilen. Diese habe ich jahrelang durch eigene Erfahrung gesammelt und sie sollen dir helfen, richtig tolle Papiercollagen zu erstellen.

Da es ganz schön viel Input ist, habe ich beschlossen, eine kleine Serie zu dem Thema zu machen und Dir das Vorgehen in drei Blogbeiträgen näher zu bringen: “Anfang”, “Hauptteil” und der “Feinschliff”. Heute beginnen wir mit dem ersten Teil, nämlich wie du überhaupt anfängst mit deiner Collage. Ich zeige Dir, welches Material Du braucht und wie Du die Bilder für deine Collage auswählst.

So fängst Du mit Deiner Collage an

Das Material

  1. Bildmaterial: Das A und O beim Collagieren ist ein guter Fundus an Bildern. Das erspart einem zwar nicht, bei jeder Collage nochmal durch Zeitschriften zu blättern, aber so hat man schon mal die halbe Miete. Sammle schöne Bilder aus Zeitschriften, Muster, Fotos, Flyer, Aufkleber was auch immer Dir gefällt. Wenn du möchtest, kannst Du deinen Fundus auch farblich oder thematisch sortieren.
  2. Schneiden: zum Schneiden verwende ich meistens meine Silhouettenschere. Die ist ganz klein und man kann damit meistens besser hantieren als mit einem Cuttermesser. Wenn du dir keine Silhouettenschere kaufen möchtest, kannst du auch eine Nagelschere verwenden. Ein Cutter ist praktisch um Punzen (die zwischenräume bei Buchstaben) oder andere abgeschlossenen  Teile auszuschneiden. Auch für Schlitze nehme ich gerne den Cutter.
  3. Kleben: Zum Kleben von Collagen verwende ich Klebestifte. Alle flüssigen Kleber lassen bei flächigem Kleben gerne Wellen zurück und das kann unser ganzes Werk ruinieren, besonders, wenn du dünnes Papier verwendest. Praktisch und sehr sauber ist der Tesa Klebestempel oder Kleberoller. Damit kann man kleinere Teile super gut fixieren, für Flächen ist das aber nicht geeignet.
  4. Sonstiges Material: Ich bringe in meinen Collagen sehr gerne auch andere Materialien als Papier mit ein. Bänder und bunte Tapes gehören zu meiner Grundausstattung. Du kannst aber auch mit Pailletten, Tattoofolie, Bügelbildern, Aufklebern oder Farbe arbeiten. Im Prinzip gibt es hier keine Grenzen. Diese Elemente kannst du zum Schluss verwenden um deine Collage abzurunden oder kleine Macken zu verstecken.

Die Bildauswahl

Beim Collagieren ist mehr auf jeden Fall mehr. Denn wenn wir Bilder wollen, die gut miteinander harmonieren, müssen wir eine möglichst große Auswahl haben. Es gilt also erst mal, alle Bilder, die passen könnten, auszuwählen. Erst wenn wir genug Material haben, fangen wir an, wieder Bilder wieder auszusortieren.

  1. Thema: mache Dir Gedanken über das Thema Deiner Collage und suche nach passenden Bildern. Wird es für einen Freund? Was mag er/sie gerne? Willst du z.B. was mit dem Überthema Blumen machen? Dann suche Florale Bilder und Muster heraus. Vielleicht weißt Du gar nicht, was Du eigentlich darstellen willst, dann nimm einfach ein besonderes Bild, welches der Kern Deiner Collage wird. Das bedeutet nicht, dass es in der Mitte liegen oder besonders groß sein muss, aber es gibt Deinem Werk eine Richtung und du kannst den Rest drum herum gestalten. Mach Dich nicht verrückt, denn nichts ist in Stein gemeißelt. Manchmal entsteht das Thema auch beim Collagieren oder verändert sich währenddessen.
  2. Farben: die Farbwahl ist sehr wichtig für eine gelungene Collage, also überlege entweder, welche Farben zu Deinem Thema passen oder wähle ein Bild, welches die Farbe vorgibt. Vielleicht merkst Du bereits bei der Themensuche, dass Deine Bilder in eine gemeinsame farbliche Richtung gehen. Suche Dir Bilder in dieser Farbe zurecht. Natürlich kannst du auch mehr als nur eine Farbe wählen. Achte aber darauf, dass sich Farben wiederholen, sonst wird die Collage zu unruhig.
  3. Zuschneiden von Bildern: Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten, Bilder zu Recht zu schneiden: ganz grob oder ganz fein. Wenn du versuchst, etwas exakt auszuschneiden, lässt aber an einer Seite einen Rand, wirkt das ganze komisch. Bei manchen Motiven bietet es sich an, komplett mit Rand auszuschneiden, z.B. bei Insekten mit Fühlern. Ich mag es persönlich gerne etwas akkurater aber du kannst deine Bilder natürlich auch noch gröber ausschneiden als im Bild. Wichtig ist nur, dass Du einen Stil auch durchziehst, damit es nicht aussieht wie ein Unfall.

Wenn du genügend Bilder gesammelt hast, lege sie nebeneinander. Du wirst sehen, welche Bilder einfach nicht passen und kannst diese “raus schmeißen” (ab in die Bilderkiste!). Wenn du dir bei manchen nicht sicher bist, ist das völlig in Ordnung, lass sie einfach drin. Je weiter du mit deiner Collage kommst, desto mehr kristallisiert sich heraus, welche Bilder du verwendest. Manchmal muss an auch ein zweites Mal auf Suche gehen, weil etwas bestimmtes fehlt. Bei meinen Collagen sind es meistens 2/3 der Bilder, die gar nicht verwendet werden. Aber man muss sich einfach Möglichkeiten offen halten ;-). Im nächsten Beitrag erkläre ich Dir, wie Du aus den Bildern nun eine harmonische Collage hinbekommst und was für Tricks es gibt, Dynamik im Bild zu erzeugen. Ich freu mich schon drauf!

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