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Stencil Guide: so erstellst Du Schablonen für Sprühlack

Werbung – Mit Schablone und Spraydose lässt sich im Nu so gut wie jede Oberfläche verschönern. Selbst wenn man kein guter Zeichner ist, kann man so tolle Motive oder Schriftzüge erstellen. Aber natürlich gibt es auch beim Erstellen von Schablonen einiges, dass man beachten sollte. Zusammen mit belton habe ich einen Stencil Guide erstllt, in dem ich meine besten Tipps und Tricks mit dir teile.

Material für Schablonen

Eine Schablone kann man prinzipiell aus jedem Material herstellen, das sich gut schneiden lässt. Zum Sprühlackieren sollte es allerdings auch stabil sein, Papier wellt sich während des Farbauftrags beispielsweise.  Ich zeige dir hier verschiedene Materialien, die sich zum Sprühlackieren und erläutere die Vor- und Nachteile davon.

 

Pappkarton

Pappkarton ist ziemlich beliebt für Schablonen, da er stabil ist und man die Schablonen mehrfach verwenden kann. Je nach Dicke des Pappkartons ist dieser jedoch schwer zu schneiden. Pappkarton eignet sich daher besonders für einfache Formen. Da Pappkarton sehr fest ist, kann man damit sehr gut auf vertikale Oberflächen sprühen, ohne die Schablone zu fixieren.

Tonkarton

Tonkarton ist mit einer Stärke von 300mm zwar nicht so robust wie Pappkarton, lässt sich aber besser zuschneiden und kann ebenfalls mehrfach verwendet werden. Das Motiv kann man hier sogar mit dem Drucker direkt auf den Tonkarton drucken und spart sich das Übertragen des Motivs.

PVC Folie

PVC Folie bringt viele Vorteile mit sich. Die Schablonen sind abwaschbar und können immer wieder verwendet werden. Die Übertragung des Motivs ist einfach, da sie transparent ist, und man das Motiv einfach nur abpausen muss. Es gibt sie in verschiedenen Stärken. Je dünner, desto einfacher lässt sie sich schneiden, je dicker, desto robuster ist die Schablone. Wenn ihr Folie kauft, achtet darauf, dass es PVC ist und nicht PP Kunststoff. PP Kunststoff schmilzt in Verbindung mit Sprühlack!

Klebefolie

Wenn die Schablone auf dem Objekt fixiert werden soll (z.B. bei komplizierten Formen oder unebenem Untergrund), eignet sich Klebefolie aus PVC. Das Motiv lässt sich auch hier einfach abpausen und sie ist einfach zu schneiden. Ausserdem kann man Punzen bei Buchstaben einsetzen und muss nicht auf Stege achten, da Einzelteile einfach aufgeklebt werden können. Man kann Klebefolie bis zu 3 Mal wieder verwenden, danach klebt sie meist nicht mehr genug. Klebefolie ist mein Favorit, wenn es um Schablonen geht ;-).

Werkzeug für das Erstellen von Schablonen

Eigentlich braucht man nicht viel, um eine Schablone zu erstellen. Meistens reicht ein Cutter Messer und eine kleine Schere. Ich liste hier alle Werkzeuge auf, die ich gerne verwende, natürlich ist die Wahl der Werkzeuge immer vom Material der Schablone abhängig.

 

  • Cutter: mit dem Cutter kannst Du jedes Schablonenmaterial schneiden.
  • Schneideunterlage: du kannst eine Schneideunterlage oder auch ein Stück Pappkarton oder eine Zeitschrift als Schneideunterlage verwenden.
  • Silhouettenschere: bei sehr feinen Motiven und flexiblem Material wie Klebefolie erleichtert einem eine Silhouettenschere die Arbeit, denn damit kann man sehr gut kleine Kurven schneiden. Alternativ kannst du auch eine Nagelschere verwenden.
  • Bleistift: je nach Material reicht ein Bleistift aus, um Dein Motiv zu übertragen.
  • Marker: Auf Folien solltest Du dein Motiv mit einem Marker übertragen. Verwende bei komplizierten Formen am besten einen bunten Marker um Stege zu markrieren.
  • Metall Lineal: Wenn du mit dem Cutter eine gerade Linie ziehen willst, verwende ein Metallineal. Lineale aus Kunststoff schneidet man leicht mit dem Cutter ein, so ist es schwer, eine gerade Linie zu schneiden.
  • Washi Tape: damit kannst Du die Vorlage auf dem Schablonenmaterial befestigen oder später deine Schablone auf dem Untergrund.
  • Doppelseitiges Klebeband: Filigranere Schablonen kannst du mit doppelseitigem Klebeband an mehreren Stellen auf deinem Objekt fixieren. Besonders, wenn Du leichtes, flexibles Material wie Papier verwendest, ist das praktisch.
  • Kohlepapier: das gute alte Kohlepapier ist hilfreich für das Übertragen von Schablonen auf Pappkarton oder Tonkarton.
  • Ahle: mit der Ahle kannst du ein Motiv auf das Schablonenmaterial durchdrücken. Alternativ geht auch eine Stricknadel.

Motiv für Schablone vorbereiten

Punzen und Stege

Eine Schablone muss aus einem zusammenhängenden Motiv bestehen (ausser, du verwendest Klebefolie). Die Hohlräume bei Buchstaben (Punzen) würden einfach herausfallen. Deswegen werden Stege eingezeichnet – das ist die Verbindung zwischen Hohlraum und der Schablone (siehe Bild, rechts). Bei komplizierten Motiven wie Gesichtern muss man meist mit vielen Stegen arbeiten. Je komplizierter die Form, deso mehr Stege werden benötigt.

Positiv vs. negativ

Die Meisten Schablonen werden als negativ erstellt, sodass später ein positives Bild herauskommt (im Bild links). Das bedeutet, der ausgeschnittene Teil wird später mit Farbe gefüllt. Man kann das ganze aber auch umdrehen und die Fläche frei lassen, auf der das Motiv liegt. Gerade bei Schrift funktioniert das sehr gut. Überlege dir im Vorfeld, ob die Schablone positiv oder negativ sein soll, je nach Motiv musst du die Stege anders setzen.

Vom Foto zum Schablonenmotiv

Um aus einem Foto eine Schablone zu machen, braucht ihr ein Bildbearbeitungsprogramm (z.B. Gimp). Öffnet das Foto und stellt ggf. das Motiv frei (Hintergrund wegradieren). Nun könnt ihr mit dem Filter “Schwellenwert” arbeiten – hier wird aus einem Farbfoto ein Schwarzweißmotiv erstellt. An den Reglern könnt ihr die Werte verändern, bis euch die Schablone gefällt. Wahrscheinlich müsst ihr nun noch einige Stege hinzufügen. Das könnt ihr mit dem Pinsel-Werkzeug machen oder auch später von Hand. Wichtig ist nur, dass ihr zum Schluss eine zusammenhängende Schablone habt.

Motiv auf Schablone übertragen

Je nach Material der Schablone wird das Motiv unterschiedlich übertragen. Beim transparentem Material kann das Motiv einfach abgepaust werden. Oft hilft Licht unter dem Motiv – ein Leuchttisch, der PC Bildschirm oder eine Fensterscheibe sorgen dafür, dass das Motiv besser durchscheint. Bei Tonkarton oder Pappkarton einfach das Motiv ausdrucken, auf das Schablonenmaterial legen und mit einer Ahle durchdrücken. Alternativ kann das Motiv auch mit Kohlepapier übertragen werden. Die meisten Copyshops drucken auch auf PVC Folie oder Klebefolie. Das ist der einfachste Weg, sein Motiv auf das Schablonenmaterial zu bekommen.

 

Das Schneiden von Schablonen

Je nach Motiv ist das Schneiden von Schablonen schnell gemacht. wie schon erwähnt, verwendest du dafür am besten einen Cutter und eine Silhouettenschere. Bei komplizierteren Motiven solltest du dich gut konzentrieren, damit du nicht versehentlich die falsche Fläche ausschneidest. Hier hilft es, wenn du diese vorher farblich markiert hast. Achte immer darauf, welcher Teil der Schablone stehen bleibt. Hier solltest Du keine ungewollten Schnitte machen. Bei kleinen Ecken kannst Du aber ruhig in den Teil einschneiden, der später weg kommt.

 

 

Sprühen mit Schablone

Wenn deine Schablone fertig ist, kann es mit dem Sprühen endlich los gehen. Auch hier habe ich ein paar Dinge, die Du beachten solltest, damit du ein gutes Ergebnis bekommst.

Spraydose gut schütteln

Egal, ob du eine Schablone sprühst, oder eine Fläche, du solltest deine Sprühdose immer gut schütteln. Bei herkömmlichen Lacksprays zwei Minuten schütteln, wenn du die Mischkugeln hörst. Bei wasserbasierten Sprays, wie dem belton free im Bild, reicht eine Minute.

Sprühkopf

Verwende für kleinere Schablonen einen schmalen Sprühkopf. Dieser hat einen runden Sprühstrahl. Den Lackier-Sprühkopf, der einen länglichen Sprühstrahl hat, eignet sich für große Schablonen.

Sprühabstand

auch der Sprühabstand ist wichtig für ein schönes Ergebnis. Gehst du zu nah an dein Motiv ran, läuft Farbe unter eure Schablone. Ist der Abstand zu groß, sieht man den Sprühnebel am Rand der Schablone. Ideal ist ein Abstand von ca. 15-25 cm.

Führung der Sprühdose

Beginne immer auf der Schablone aber neben dem Motiv mit dem Sprühen. Wenn du dort anfängst, wo dein Motiv beginnt, hast du an der Stelle zu viel Farbe und sie läuft unter deine Schablone. Fülle die Schablone in gleichmäßiger Bewegung und im Kreuzgang aus. Das bedeutet, erst von links nach rechts (und zurück), dann von oben nach unten (und zurück)

Schichten auftragen

Anstatt in einem Sprühgang die Schablone deckend zu füllen, solltest du zwei oder mehrere Schichten auftragen. Zwei dünne Schichten trocknen schneller als eine dicke Schicht. Ausserdem verhinderst du so, dass Farbe unter deine Schablone läuft.

Schablone entfernen

Ziehe die Schablone ab, solange die Farbe noch feucht ist. Lässt du sie vorher komplett trocknen, kann es sein, dass teile deines Motivs beim Abziehen mit abgelöst werden.

Ich hoffe, euch hat der Schablonen Guide gefallen und ihr konntet das ein oder andere dabei lernen! Schaut euch gerne noch das Video hier an, dort zeige ich euch, wie ihr mit Schablonentechnik individuelle Hochzeitsgeschenke machen könnt. Weitere Ideen, Tipps und Tricks findet ihr auf dem youtube Kanal von belton.

 

 

2 Kommentare

  1. Hey Liska,
    vielen Dank für diese Anleitung und die tollen Tipps zum Thema Schalblonen erstellen!
    Ich schaue immer so gerne bei dir vorbei!
    Viele Grüße, Isabell

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