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Schablone schneiden für den Siebdruck

Wer Siebdruck ohne Belichtung machen möchte, kommt um das Schablonenschneiden nicht herum. Mit einem Plotter kann man sich hier etwas Arbeit sparen, aber auch von Hand kann man Schablonen schneiden.Ganz ehrlich: ich habe meinen Plotter wieder verkauft, denn das hantieren mit dem Plotterprogramm war mühselig und am Ende ging es nicht wirklich schneller, als die Schablone von Hand zu schneiden. Mit dem richtigen Material und der richtigen Technik kannst Du auch filigrane Motive als Schablone schneiden und anschließend drucken. Ich zeige Dir, wie es funktioniert.

Welches Material eignet sich für Schablonen beim Siebdruck?

Man kann für Schablonen verschiedenes Material verwenden. Beim Siebdruck ist es super wichtig, dass das Schablonenmaterial nicht zu dick ist. Verwendet ihr beispielsweise dicken Karton, ist der Abstand zwischen Sieb und Druckmedium zu groß und es landet nicht genügend Farbe auf dem Druckmedium. Normales Papier und auch Zeitungspapier funktioniert als Schablone, kann aber nicht mehrfach verwendet werden, da es nicht abwaschbar ist. Am besten eignet sich reiß- und wasserfestes Papier. Das gibt es von verschiedenen Herstellern. Ich arbeite am liebsten mit dem Schablonenpapier von bobbin hood, denn da lässt sich einfach schneiden und ihr könnt auch mit dem Tintenstrahldrucker euer Motiv übertragen, so lange es nicht zu viele Details hat.

Welche Werkzeuge brauche ich zum Schneiden von Schablonen?

Du brauchst nicht viel, um Schablonen zu schneiden. Wichtig ist ein gutes Cutter Messer mit einer scharfen Klinge und eine Schneideunterlage. Letzteres kannst Du auch durch eine alte Zeitschrift ersetzen. Eine Ahle oder eine Prickelnadel kann hilfreich sein, wenn Du feine Schablonen hast und Einzelteile herausnehmen musst, ist aber nicht zwingend nötig (Du kannst auch die Spitze Deines Cutter Messers verwenden). Ich habe ausserdem eine Silhouettenschere, falls ich schnell Stücke abschneiden möchte.

Wie bereite ich die Schablone vor?

Ich zeige euch hier, wie ihr eine Schablone mit einem Motiv erstellt, das fein und komplex ist. Grobe formen lassen sich natürlich easy ausschneiden, aber wenn es etwas komplizierter wird, solltet ihr das Motiv vorbereiten. Das A und O sind die Stege. Als Stege bezeichnet man Verbindungsstücke zwischen einzelnen Schablonenteilen. Möchtest Du zum Beispiel ein O drucken, musst Du entweder den Kreis in der Mitte seperat auf das Sieb legen/kleben, oder einen Steg schneiden, damit die Schablone zusammen hält. Die Stege wird man später sehen, achte also darauf, dass Du sie so platzierst, dass sie das Bild nicht stören. Beispielsweise am Ende einer Linie. Je filigraner Deine Schablone ist, desto mehr Stege benötigst Du, damit sie später gut zusammenhält und beim Auswaschen nicht kaputt geht. Zeichne die Stege am besten mit einem farbigen Stift auf der Vorlage auf, damit du später nicht versehentlich die Falschen Teile ausschneidest. Ich nehme als Beispiel eine Zeichnung meinses Sohnes.

Wie erstelle ich Schablonen für einen mehrfarbigen Druck?

Du brauchst für jede Farbe eine einzelne Schablone. Am besten überlegst Du Dir anhand Deiner Vorlage, welche Farben Du brauchst und malst diese grob an – so kannst Du Dir am besten vorstellen, was du für welche Schablone ausschneiden musst. Dann überträgst du die Teile auf Dein Schablonenmaterial, und zwar immer nur die Linien für eine Farbe. Falls du mehr als 3 Farben drucken möchtest lohnt es sich, die Einzelnen Schablonen zu nummerieren, denn je nach Motiv ist die Reihenfolge des Druckes wichtig.

Du kannst Schablonen auch gut am Rechner mit einem Bildbearbeitungsprogramm oder einem Vektor-Programm machen. Scanne die Vorlage gegebenennfalls ein. Lege für jede Farbe eine Ebene an und fülle entweder die Flächen mit Farbe (Bildbearbeitung) oder zeichne die Umrisse mit einem Vetoren-Programm nach. Blende die einzelnen Ebenen aus, um sicher zu gehen, dass die Schablonenteile später auch passen.

Wie schneide ich eine Schablone?

Wenn Du deine Schablone gut vorbereitet hast, ist das Ausschneiden gar nicht mehr schwer. Fange am besten mit den komplizierten Teilen an, denn am Anfang hast Du noch die meiste Konzentration. Schneide mit dem Cuttermesser deine Linien aus. Es gibt einmal die Teile, die in der Schablone sind (sie werden nicht gedruckt) und die Teile, die weggeschnitten werden (diese Teile werden gedruckt). Nutze das beim Schneiden aus und erleichtere Dir die Arbeit indem Du in die “toten Teile” (die ausgeschnitten werden) herein schneidest. Das ist vor allem bei kurvigen Formen Hilfreich. Am Ende sieht man ja nur die äußere Linie deiner Schnitte. Wenn Du Linien schneidest (wie bei meinem Beispiel für Stege), achte darauf, dass sie nicht zu fein werden, sonst kann bei Drucken unter Umständen nicht genug Farbe durchdringen. Zwischen 1 und 2 Milimeter ist für Linien ein gutes Maß – breit genug, damit genügend Farbe durchkommt, aber dünn genug, damit es nicht plump wirkt.

Schneide Deine Schablone möglichst langsam zu. Wenn du Dich zu sehr beeilst, kann das Messer abrutschen und du schneidest zu weit. Schaue Dir zwischendurch deine Schablone immer wieder an und vergleiche sie mit dem Original. Du hast die Stege zwar vorher schon aufgezeichnet, aber manchmal lohnt es sich, beim Schneiden doch noch einen dazu zu nehmen oder umzusetzen. Bleibe also konzentriert.

 

Was mache ich, wenn ich falsch geschnitten habe?

Keine Sorge, nicht jeder Fehlschnitt bedeutet, dass Du Deine Schblone wegwerfen und neu anfangen musst. Kleine Schnitte kannst du manchmal ignorieren. Wenn Du ein ganzes Teil versehentlich abgeschnitten hast, nimm etwas Klebeband und klebe es wieder an. Schneide das Band danach von der Rückseite aus entsprechend in Form. Achte später beim Auswaschen der Schablone aber darauf, dass sich das Klebeband nicht löst. Bzw. dass Du das angeklebte Teil nicht verlierst.

Jetzt ist Deine Schablone fertig für den Druck. Hier erkläre ich noch einmal genau, was Du beim Drucken beachten solltest

Falls Du Schablonen für Sprühlack entwerfen möchtest, schau Dir gerne meinen Stencil Guide an!

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